Jürg Fassbind verbindet Organisationsentwicklung mit Ritualen – ein Ansatz, der Teams in Umbruchphasen Orientierung gibt und im September 2025 in einem Buch erscheint.
Wenn Organisationen ins Wanken geraten, wenn Umbruchphasen den Alltag bestimmen und Teams nach neuem Halt suchen, beginnt die eigentliche Arbeit. Nicht selten ist es ein einzelner Moment der Stille, ein bewusst gesetzter Augenblick, der den Unterschied macht. In Bern hat sich ein Mann dieser leisen, aber wirkungsvollen Arbeit verschrieben – und dabei ein Feld betreten, das in der Schweizer Wirtschaftslandschaft seinesgleichen sucht.
Veränderung ist die einzige Konstante im Wirtschaftsleben. Doch während Unternehmen weltweit agile Methoden und digitale Transformationsstrategien verfolgen, bleibt ein menschliches Bedürfnis oft unbeachtet: das Bedürfnis nach Orientierung. Jürg Fassbind hat diese Lücke erkannt. Seine Arbeit verbindet zwei Bereiche, die auf den ersten Blick kaum zusammenzugehören scheinen – Organisationsentwicklung und Rituale. Es ist eine Verbindung, die bei näherem Hinsehen überraschend logisch wirkt: Rituale geben Struktur, schaffen Zugehörigkeit und erlauben es uns, Abschiede würdevoll zu gestalten und Neuanfänge bewusst zu feiern.
Aus seiner Beratungspraxis für Organisationen und Führungskräfte heraus ist ein profundes Werk entstanden. Im September 2025 erscheint sein Buch «Rituale in Teams und Organisationen – Innehalten – Verbinden – Transformieren» im renommierten Göttinger Wissenschaftsverlag Vandenhoeck & Ruprecht. Ein Meilenstein, der zeigt: Es ist ihm gelungen, ein jahrhundertealtes kulturelles Erbe für die moderne Arbeitswelt nutzbar zu machen.

Eine Vision von Verbindung und Haltung
Fassbind ist kein klassischer Unternehmensberater, der mit standardisierten Methoden und vorgefertigten Lösungen operiert. Seine Herangehensweise ist grundlegender. Sie nimmt den Menschen in seiner ganzen Komplexität wahr – mit Ängsten, Hoffnungen und dem tief verwurzelten Wunsch nach Sinnhaftigkeit. Wer in Veränderungsprozessen steckt, braucht nicht nur klare Prozesse und Strategien, sondern auch emotionale Anker. Rituale sind solche Anker. Sie verlangsamen die Hektik des Alltags, schaffen gemeinsame Erlebnisse und ermöglichen es Teams, sich auf einer tieferen Ebene zu begegnen.
Die Verbindung zur Berner Fachhochschule, zur Fachschule für Rituale und zum Ritualverband dokumentiert die fachliche Fundierung dieser ungewöhnlichen Arbeit. Es ist ein Netzwerk, das Theorie und Praxis zusammenführt und der Beratung einen wissenschaftlichen Rahmen gibt, der international Beachtung findet. Fassbind versteht sich dabei nicht als Belehrender, sondern als Begleiter. Er schafft Räume, in denen Klärung möglich wird – ohne Druck, ohne vorschnelle Antworten, dafür mit echtes Verständnis.
Ein Angebot, das Massstäbe setzt
Seine Beratungen richten sich an Unternehmen und Organisationen, die einen grundlegenden Wandel durchlaufen – sei es bei Führungswechseln, Restrukturierungen, Fusionen oder der Neuausrichtung von Unternehmenskulturen. Gerade in Phasen, in denen die Produktivität zu sinken droht und die Motivation schwindet, erweisen sich ritualisierte Prozesse als wertvoll: Sie schaffen Transparenz, ermöglichen emotionale Beteiligung und verwandeln Widerstände in konstruktive Energie. Dabei ist Fassbind ein Meister der Zurückhaltung. Seine Arbeit ist geprägt von Diskretion, Empathie und einem Gespür für den richtigen Moment.
Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Organisationsberatung und persönlicher Entwicklung. Diese Verbindung zeigt sich auch in der Ausrichtung auf den Menschen als Individuum. Fassbind schaut genau hin, was ein Team wirklich bewegt – und er entwickelt dann gemeinsam mit den Verantwortlichen Lösungen, die getragen werden von innerer Überzeugung und nicht von äusserem Druck. Das ist sein Markenzeichen: Beratung auf Augenhöhe, die nachhaltig wirkt, weil sie das Herz ebenso anspricht wie den Verstand.
Neue Wege für eine alte Weisheit
In einer Geschäftswelt, die zunehmend von Beschleunigung geprägt ist, setzt Jürg Fassbind auf das Gegenteil. Er vertraut auf die Kraft des Innehaltens, auf den Wert gemeinsamer Erfahrungen und auf die Kreativität, die entsteht, wenn Menschen sich sicher fühlen. Dass dieses Konzept gerade in der Schweiz, einem Land mit ausgeprägter Föderalismus-Kultur und gewachsenen Traditionen, auf fruchtbaren Boden fällt, überrascht wenig. Fassbind zeigt auf, wie Unternehmen und ihre Führungskräfte von diesen Werten profitieren können – ohne ihren Blick auf Effizienz und wirtschaftlichem Erfolg zu verlieren.
Seine Haltung, so könnte man meinen, ist längst zu einem stillen Markenzeichen geworden. Das Vertrauen seiner Kundinnen und Kunden gewinnt er nicht durch laute Selbstinszenierung, sondern durch zuverlässige, respektvolle und ergebnisorientierte Begleitung. Wer mit ihm arbeitet, erlebt eine Form von Beratung, die keinen Raum lässt für Halbherzigkeit – wohl aber für Menschlichkeit, Empathie und die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Genau darin liegt die Chance für alle, die den Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit begreifen.
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